Gleichstellung, aber richtig!

29. Juli 2011


Die deutsche Sprache bietet diverse Möglichkeiten der Gleichstellung von Männern und Frauen. Diese bringen aber offensichtlich mitunter gewisse Schwierigkeiten mit sich. Vor allem bei den Kurzformen im Plural, die beide Geschlechter miteinschließen sollen, gibt es häufig Unsicherheiten. Gerne verwendet wird das goße I innerhalb eines Wortes (KundInnen). Großschreibung im Wortinnern ist gemäß Rechtschreibung jedoch nicht zulässig. Kurzformen lassen sich korrekt mit Klammern oder Schrägstrich verwenden, wobei die Schrägstrichvariante einen Bindestrich vor der Endung -innen erfordert. Welche Variante zu wählen ist, hängt davon ab, wie die weibliche Form eines Wortes jeweils gebildet wird. Hier ein paar Beispiele, was möglich ist und was nicht:

Wird die weibliche Endung -innen an die männliche Endung angehängt (meistens bei Wörtern, die auf -er enden), sind sowohl Klammern als auch der Schrägstrich erlaubt: Leser(innen), Leser/-innen

Wird die männliche Pluralendung bei der weiblichen Endung wiederholt, ist nur die Variante mit Klammern möglich: Absolvent(inn)en

Gibt es für die weibliche und die männliche Form unterschiedliche Endungen, ist es abhängig vom Fall, in dem das Wort steht, ob eine Kurzform verwendet werden kann: z. B. Friseure und Friseurinnen – hier ist die Kurzform mit Schrägstrich gar nicht möglich; die Klammervariante erlaubt nur der Dativ: von Friseur(inn)en

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Die beliebtesten Fehler bei Feiertagen

23. September 2010

Die Kalenderproduktion für 2011 läuft derzeit vielerorts auf Hochtouren, wie die Stapel mit zu korrigierenden Kalendern auf unseren Schreibtischen beweisen. Bei den Monatsnamen gibt es meist nicht viel zu verbessern, dafür haben es so manche Feiertage in sich, was die Schreibweise angeht. Daher listen wir hier einmal einige Feiertage auf, die uns häufig falsch geschrieben vor den Rotstift geraten:

Heilige Drei Könige
(nicht Heilige drei Könige und auch nicht Heilige 3 Könige)
Fronleichnam
(nicht Frohnleichnam)
Tag der Deutschen Einheit
(nicht Tag der deutschen Einheit)
Halloween
(nicht Helloween)
Buß- und Bettag
(nicht Bus- und Bettag und auch nicht Buß- und Betttag)
Heiligabend
(nicht Heilig Abend, aber der Heilige Abend ist korrekt!)
Silvester
(nicht Sylvester)

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Das i ist keine Marke

30. März 2010

Apples Versuch, sich das i im Produktnamen markenrechtlich schützen zu lassen, ist gescheitert. (Ähnlich ging es vor einiger Zeit dem Modehersteller JOOP!, der sich das Ausrufezeichen als Marke sichern wollte – darüber haben wir hier geschrieben.) Wie futurezone berichtet, hatte Apple vor einem australischen Gericht gegen ein Unternehmen prozessiert, das Taschen für elektronische Geräte unter der Marke DOPi vertreibt: Apples Meinung zufolge stellt das i im Markennamen eine Irreführung der Kunden dar, da sie es automatisch mit Apple-Produkten in Verbindung brächten.
Da sind wir aber sehr froh, dass das i Allgemeingut bleibt – desen klenen Buchstaben würden wr nämlch zemlch vermssen …

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Redewendungen verwenden und verdrehen

14. März 2010

Redewendungen, Redensarten, feststehende sprachliche Bilder sind eine schöne Sache und können Texte bereichern. Eine schöne Sammlung von Redensarten und Metaphern „mit Hand und Fuß“ präsentiert Vera Carius hier. Falsch verwendete Redewendungen können allerdings auch ziemlich komische Stilblüten sprießen lassen.

das Auge des Vulkans
Das geht mich nicht die Bohne an.
Das spielt doch keine Kontrolle.
Das schlägt dem Fass die Krone aus.


Das nur als kleine Auswahl an Verdrehern, die einem als Lektorin so über den Weg laufen können. Wer derartige Pannen vermeiden möchte, dem sei der Redensarten-Index ans Herz gelegt.

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Punkt, Punkt, Punkt – Rechtschreibtipp Auslassungspunkte

11. März 2010

Drei hintereinander stehende Punkte kennzeichnen eine Auslassung. Entweder sind Teile eines Wortes oder Teile eines Satzes ausgelassen. Hierbei gibt es einen entscheidenden Unterschied: Werden Teile eines Wortes ausgelassen, setzt man keinen Leerschritt vor den Auslassungspunkten:

Verd… noch mal!

Fehlen jedoch ganze Wörter oder Satzteile, steht vor den Auslassungspunkten ein Leerschritt:

Herr …, dessen Name hier nicht genannt werden soll, war auch dabei.
Ich weiß auch nicht recht …


Stehen die Auslassungspunkte am Ende eines Satzes, gibt es keinen zusätzlichen Schlusspunkt. Beenden die drei Punkte eine Aufzählung, wird vor dem letzten Aufzählungsglied kein Komma gesetzt:

Zu kaufen gibt es Lebensmittel aller Art: Brot, Käse, Schinken, Obst …

Übrigens sollte man für korrekte Auslassungszeichen nicht einfach dreimal die Punkttaste auf der Computertastatur drücken, sondern die vorgesehene Tastenkombination benutzen: Auf dem Mac ist das „Alt“ und die .-Taste; unter Windows die Alt-Taste und die Ziffernfolge 0133 auf dem Ziffernblock.

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Tauschbörse für ungeliebte Wörter

7. März 2010

Manche Wörter sind einfach doof: klingen unschön, falsch, bürokratisch, floskelhaft, zu modisch oder abgegriffen. Wörter, bei denen sich einem die Nackenhaare aufstellen … Hat man mal so ein Wort auf dem Kieker, läuft es einem plötzlich ständig über den Weg, taucht in Zeitungen und Werbetexten auf oder gehört zu den Lieblingswörtern von Politikern und Zeitgenossen, die einem eher unsympathisch sind.
Hier ist eine Liste von Wörtern, die mich persönlich nerven, und von Wörtern, die ich lieber mag und gegen die ich die anderen gerne eintauschen würde:

Wörter, die ich nicht mag

zeitnah – Tauschwort: bald, in Kürze, demnächst
proaktiv – Tauschwort: aktiv, engagiert
nachhaltig – Tauschwort: dauerhaft
rückhaltlos – Tauschwort: schonungslos, lückenlos (je nach Kontext)
diesbezüglich – Tauschwort: in dieser Sache
in 2010 – Tauschwort: 2010, im Jahr 2010
Expertise – Tauschwort: Erfahrung
das Weiterso – Tauschwort: Fortsetzung, Kontinuität, Beständigkeit
Abwrackprämie – Tauschwort: Subventionierung der Automobilbranche
Wetterproblematik – Tauschwort: schlechtes Wetter
Schreibe – Tauschwort: Schreibstil
Streifen – Tauschwort: Film
Unruhestand – Tauschwort: Rente, Pension, Ruhestand
fremdschämen – Tauschwort: sich für jmdn. schämen
Facility-Manager – Tauschwort: Hausmeister
etwas erinnern – Tauschwort: sich an etwas erinnern
abändern – Tauschwort: ändern
händisch – Tauschwort: von Hand
fußläufig – Tauschwort: zu Fuß
schlussendlich – Tauschwort: schließlich
tschüssi – Tauschwort: tschüss

Diese Liste darf gerne ergänzt werden – wem fallen noch mehr ungeliebte Wörter ein? Wer keine schöneren Alternativen weiß, der bekommt von uns ein besseres Wort geliefert. Die Tauschbörse für ungeliebte Wörter ist eröffnet!

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Englische Wörter trennen

4. März 2010

„Shoppingcenter“, „Facility-Manager“, „Servicepoint“ – derartige englische Wörter tummeln sich nicht selten in deutschen Texten. Aber wie trennt man die Wörter eigentlich? Im Englischen gilt schließlich nicht die Silbentrennung wie im Deutschen, sondern es gibt andere Trennungsregeln.
Sind die fremdsprachlichen Wörter in einen deutschen Text eingebettet, so gilt auch für sie die deutsche Silbentrennung, also:

Shop-ping-cen-ter
Fa-ci-li-ty-Ma-na-ger
Ser-vice-point


Handelt es sich aber um einen längeren zusammenhängenden englischen Text, der zum Beispiel in einem deutschen Buch zitiert wird, muss nach den englischen Regeln getrennt werden. Wohl dem, der da ein Wörterbuch mit Angaben zu Trennungen besitzt: Die englische Worttrennung (ein paar wenige Infos dazu hier) richtet sich nämlich sowohl nach phonetischen (Silben) als auch nach morphologischen (Wortstamm) Prinzipien und wird dadurch so kompliziert, dass sie angeblich in englischsprachigen Ländern in der Schule kaum behandelt wird.

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Für Wörtersammler: Wortschatzlexikon

2. März 2010

Eine nützliche und interessante Datenbank ist das Wortschatzlexikon der Universität Leipzig. Hier finden sich zum jeweiligen Suchbegriff unter anderem Synonyme, Relationen zu anderen Wörtern, Bedeutungsgruppen, Anwendungsbeispiele und – besonders hübsch! – Assoziationsgraphen. Unter „Wörter des Tages“ sind Wörter aufgelistet, die am jeweiligen Tag in Tageszeitungen und Newsdiensten besonders häufig vorkommen.

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Mit Tippfehlern Geld verdienen

19. Februar 2010

Google schlägt Profit aus Tippfehlern – das Unternehmen ist jedoch nicht etwa unter die Korrektoren gegangen, sondern schaltet Anzeigen auf sogenannten Typosquatting-Sites. Beim Typosquatting sichern sich Trittbrettfahrer Domains, die ähnlich wie bekannte Adressen lauten, aber häufig vorkommende Tippfehler enthalten. Wer sich beim Eingeben einer URL vertippt, landet auf einer solchen Seite. Wirtschaftsinformatikexperten haben jetzt ausgerechnet, dass Google auf diese Weise jährlich rund 497 Millionen US-Dollar verdienen dürfte. Mehr dazu auf futurezone.ORF.at.

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Was Lektoren tun und wofür sie verantwortlich sind

17. Februar 2010

Anlässlich des Falls Hegemann beschäftigt sich stern.de mit der wichtigen Frage, was Lektoren eigentlich so machen:

Im besten Fall ist der Lektor von Anfang an dabei, von der Idee bis zur Buchpräsentation. Neben einer vertrauensvollen Beziehung zum Autoren geht es um die ganz pragmatische Arbeit mit dem Text: Das Manuskript wird stilistisch überprüft, ob die Metaphern stimmen, die Begrifflichkeiten, die dramatische Struktur. Alle Eingriffe werden mit dem Autoren abgesprochen.

So weit stern.de zur Arbeit von Lektoren. Wer mehr über Aufgaben und Berufsbild des (freien) Lektors erfahren möchte, kann sich hier informieren.
„Axolotl Roadkill“ hat eine Debatte über die Zuständigkeit des Lektorats in Sachen Urheberrecht ausgelöst: Wer ist verantwortlich, wenn der Text geklaut ist – der Autor oder der Lektor, der es nicht bemerkt hat? „Der Text liegt in der Verantwortung des Urhebers, nicht des Lektors“, zitiert stern.de Carla Mayer, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des VFLL. Lektoren prüfen und überarbeiten Texte, machen Verbesserungsvorschläge und weisen auf Unstimmigkeiten hin – z. B. wenn ihnen auffällt, dass ein Autor von einem anderen Text mehr als nur inspiriert wurde. Natürlich ist es dabei das Ziel eines jeden Lektors, sämtliche Fehler zu bemerken und auszubügeln. Aber verantwortlich für den Inhalt ist der Autor. Der Lektor muss dessen Text gegenüber zwar kritisch sein, aber er muss sich dennoch auf den Autor verlassen können – auch was das Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf das Urheberrecht angeht.
[Update: Eine ausführliche Beschreibung der Arbeit und Aufgaben eines Lektors gibt es übrigens auch bei Textguerilla, hier und da.]

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