7. März 2010
Manche Wörter sind einfach doof: klingen unschön, falsch, bürokratisch, floskelhaft, zu modisch oder abgegriffen. Wörter, bei denen sich einem die Nackenhaare aufstellen … Hat man mal so ein Wort auf dem Kieker, läuft es einem plötzlich ständig über den Weg, taucht in Zeitungen und Werbetexten auf oder gehört zu den Lieblingswörtern von Politikern und Zeitgenossen, die einem eher unsympathisch sind.
Hier ist eine Liste von Wörtern, die mich persönlich nerven, und von Wörtern, die ich lieber mag und gegen die ich die anderen gerne eintauschen würde:
Wörter, die ich nicht mag
zeitnah – Tauschwort: bald, in Kürze, demnächst
proaktiv – Tauschwort: aktiv, engagiert
nachhaltig – Tauschwort: dauerhaft
rückhaltlos – Tauschwort: schonungslos, lückenlos (je nach Kontext)
diesbezüglich – Tauschwort: in dieser Sache
in 2010 – Tauschwort: 2010, im Jahr 2010
Expertise – Tauschwort: Erfahrung
das Weiterso – Tauschwort: Fortsetzung, Kontinuität, Beständigkeit
Abwrackprämie – Tauschwort: Subventionierung der Automobilbranche
Wetterproblematik – Tauschwort: schlechtes Wetter
Schreibe – Tauschwort: Schreibstil
Streifen – Tauschwort: Film
Unruhestand – Tauschwort: Rente, Pension, Ruhestand
fremdschämen – Tauschwort: sich für jmdn. schämen
Facility-Manager – Tauschwort: Hausmeister
etwas erinnern – Tauschwort: sich an etwas erinnern
abändern – Tauschwort: ändern
händisch – Tauschwort: von Hand
fußläufig – Tauschwort: zu Fuß
schlussendlich – Tauschwort: schließlich
tschüssi – Tauschwort: tschüss
Diese Liste darf gerne ergänzt werden – wem fallen noch mehr ungeliebte Wörter ein? Wer keine schöneren Alternativen weiß, der bekommt von uns ein besseres Wort geliefert. Die Tauschbörse für ungeliebte Wörter ist eröffnet!
4. März 2010
„Shoppingcenter“, „Facility-Manager“, „Servicepoint“ – derartige englische Wörter tummeln sich nicht selten in deutschen Texten. Aber wie trennt man die Wörter eigentlich? Im Englischen gilt schließlich nicht die Silbentrennung wie im Deutschen, sondern es gibt andere Trennungsregeln.
Sind die fremdsprachlichen Wörter in einen deutschen Text eingebettet, so gilt auch für sie die deutsche Silbentrennung, also:
Shop-ping-cen-ter
Fa-ci-li-ty-Ma-na-ger
Ser-vice-point
Handelt es sich aber um einen längeren zusammenhängenden englischen Text, der zum Beispiel in einem deutschen Buch zitiert wird, muss nach den englischen Regeln getrennt werden. Wohl dem, der da ein Wörterbuch mit Angaben zu Trennungen besitzt: Die englische Worttrennung (ein paar wenige Infos dazu hier) richtet sich nämlich sowohl nach phonetischen (Silben) als auch nach morphologischen (Wortstamm) Prinzipien und wird dadurch so kompliziert, dass sie angeblich in englischsprachigen Ländern in der Schule kaum behandelt wird.
2. März 2010
Eine nützliche und interessante Datenbank ist das Wortschatzlexikon der Universität Leipzig. Hier finden sich zum jeweiligen Suchbegriff unter anderem Synonyme, Relationen zu anderen Wörtern, Bedeutungsgruppen, Anwendungsbeispiele und – besonders hübsch! – Assoziationsgraphen. Unter „Wörter des Tages“ sind Wörter aufgelistet, die am jeweiligen Tag in Tageszeitungen und Newsdiensten besonders häufig vorkommen.
19. Februar 2010
Google schlägt Profit aus Tippfehlern – das Unternehmen ist jedoch nicht etwa unter die Korrektoren gegangen, sondern schaltet Anzeigen auf sogenannten Typosquatting-Sites. Beim Typosquatting sichern sich Trittbrettfahrer Domains, die ähnlich wie bekannte Adressen lauten, aber häufig vorkommende Tippfehler enthalten. Wer sich beim Eingeben einer URL vertippt, landet auf einer solchen Seite. Wirtschaftsinformatikexperten haben jetzt ausgerechnet, dass Google auf diese Weise jährlich rund 497 Millionen US-Dollar verdienen dürfte. Mehr dazu auf futurezone.ORF.at.
17. Februar 2010
Anlässlich des Falls Hegemann beschäftigt sich stern.de mit der wichtigen Frage, was Lektoren eigentlich so machen:
Im besten Fall ist der Lektor von Anfang an dabei, von der Idee bis zur Buchpräsentation. Neben einer vertrauensvollen Beziehung zum Autoren geht es um die ganz pragmatische Arbeit mit dem Text: Das Manuskript wird stilistisch überprüft, ob die Metaphern stimmen, die Begrifflichkeiten, die dramatische Struktur. Alle Eingriffe werden mit dem Autoren abgesprochen.
So weit stern.de zur Arbeit von Lektoren. Wer mehr über Aufgaben und Berufsbild des (freien) Lektors erfahren möchte, kann sich hier informieren.
„Axolotl Roadkill“ hat eine Debatte über die Zuständigkeit des Lektorats in Sachen Urheberrecht ausgelöst: Wer ist verantwortlich, wenn der Text geklaut ist – der Autor oder der Lektor, der es nicht bemerkt hat? „Der Text liegt in der Verantwortung des Urhebers, nicht des Lektors“, zitiert stern.de Carla Mayer, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des VFLL. Lektoren prüfen und überarbeiten Texte, machen Verbesserungsvorschläge und weisen auf Unstimmigkeiten hin – z. B. wenn ihnen auffällt, dass ein Autor von einem anderen Text mehr als nur inspiriert wurde. Natürlich ist es dabei das Ziel eines jeden Lektors, sämtliche Fehler zu bemerken und auszubügeln. Aber verantwortlich für den Inhalt ist der Autor. Der Lektor muss dessen Text gegenüber zwar kritisch sein, aber er muss sich dennoch auf den Autor verlassen können – auch was das Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf das Urheberrecht angeht.
[Update: Eine ausführliche Beschreibung der Arbeit und Aufgaben eines Lektors gibt es übrigens auch bei Textguerilla, hier und da.]
7. Februar 2010

Die Eskimos sollen angeblich an die 100 Wörter für Schnee kennen. Tatsächlich ist die Anzahl der Eskimo-Schneewörter aber gar nicht überdurchschnittlich hoch, da 1. die eskimo-aleutische Sprachfamilie eine ganze Reihe von Sprachen umfasst. Es gibt also allein schon viele Ausdrücke für Schnee, weil jede Sprache über eigene Ausdrücke verfügt. 2. sind die eskimo-aleutischen Sprachen polysynthetische Sprachen, die Satzteile wie „gerade frisch gefallener Schnee“ in einem einzigen Wort zusammenfassen. (Mehr zu dem Irrtum über die Eskimosprachen steht hier.)
Je länger der Berliner Winter dauert, mit umso mehr Spielarten des Schnees wird man auch in hiesigen Breitengeraden vertraut. Und so fallen einem auch immer mehr deutsche Schneewörter ein. Hier eine Liste, die gerne ergänzt werden darf!
Neuschnee
Altschnee
Pulverschnee
Nassschnee
Pappschnee
Schneeflocken
Schneegriesel
Schneeregen
Harsch
Sulzschnee
Firn
Faulschnee (das Wort kannte ich bisher nicht, sehr wohl aber die Schneeart: ein Gemisch aus Wasser und größeren Schneebrocken, das sich nicht mehr gut verbindet)
Büßerschnee oder Zackenfirn
Matschepampe
Wem fällt noch mehr ein?
28. Januar 2010
Über Markus Albers’ selbst verlegtes E-Buch „Meconomy” ist schon einiges gebloggt und getwittert worden. Auf DIYG hat er jetzt eine Anleitung verfasst, wie man ein E-Book im Eigenverlag herausbringt. In sechs Schritten beschreibt er hier den Weg von der Suche nach einem Dienstleister für den Verkauf digitaler Inhalte, der Einrichtung der dazugehörigen Website über Lektorat und Satz bis hin zu Marketing und Vertrieb.
27. Januar 2010
Häufig gibt es Unsicherheiten bei der Schreibweise von Tageszeitangaben. In Verbindung mit den Zeitadverbien „heute“, „gestern“, „morgen“ gilt die Tageszeit als Substantiv und wird großgeschrieben:
heute Morgen
gestern Abend
morgen Vormittag
Wird das Zeitadverb durch „früh“ ergänzt, schreibt man Letzteres im Allgemeinen klein:
morgen früh
(So ist es in Deutschland üblich, in Österreich heißt es auch „morgen Früh“.)
In Verbindung mit Wochentagen schreibt man die Tageszeitangabe mit diesen zusammen:
Dienstagabend
Montagnachmittag
Freitagmorgen
Steht der Wochentag in Verbindung mit einem Tageszeitadverb und findet ein Ereignis regelmäßig am gleichen Wochentag zur gleichen Tageszeit statt, gibt es zwei Möglichkeiten:
dienstagabends oder dienstags abends
Achtung: Bei der Getrenntschreibung endet das auf den Wochentag bezogene Adverb mit einem s!
19. Januar 2010
Heute erhält die Schriftstellerin, Schauspielerin und Regisseurin Emine Sevgi Özdamar die Carl-Zuckmayer-Medaille für besondere Verdienste um die deutsche Sprache und das künstlerische Wort. Zum ersten Mal wird damit eine Schriftstellerin ausgezeichnet, die nicht in ihrer Muttersprache schreibt.
Emine Sevgi Özdamar und Carl Zuckmayer verbindet das Grenzgängertum und das Finden von Heimat über die Sprache. Beide haben auch die Leidenschaft für das Theater gemeinsam
heißt es in der von Kurt Beck vorgetragenen Begründung.
Özdamar wurde 1946 in Malatya, Türkei, geboren. Ohne jegliche Deutschkenntnisse kam sie als 19-Jährige zum ersten Mal nach Deutschland. Als Regieassistentin arbeitete sie an der Berliner Volksbühne mit Benno Besson zusammen, später führte sie selbst Regie, verfasste Theaterstücke und trat als Schauspielerin auf. Seit 1986 lebt und arbeitet sie als freie Schriftstellerin in Berlin. In ihren Romanen „Das Leben ist eine Karawanserei“ und „Die Brücke vom Goldenen Horn“ schreibt sie über eine Kindheit in Anatolien und über das Leben in einem fremden Land.
12. Januar 2010
Wer online seine Rechtschreibkompetenz verbessern möchte, kann dies auf Orthografietrainer.de tun. Die Seite ist eigentlich eine E-Learning-Plattform für Schüler und Deutschlehrer, aber auch jeder andere kann sich hier in Orthografie üben. Es gibt Übungen zu Komma- und Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, Wortendungen, langen und kurzen Vokalen, Schreibung der S-Laute, Schreibung der Konsonanten. Zum Aufbau der Übungen heißt es:
Jede Übung besteht aus einer variablen Anzahl von Sätzen (meistens zehn), die orthografische Aufgaben, bspw. zur Kommasetzung, enthalten und von leichteren über schwerere schließlich wieder zu etwas leichteren Fällen führen. Gleichzeitig gibt es aber von jedem dieser Sätze mindestens drei verschiedene Versionen. Die Versionen eines jeden Satzes unterscheiden sich im Wesentlichen nur durch die verwendeten Wörter.
Lehrer können auf der Seite gleich ihre ganzen Klassen anmelden und sie Hausaufgaben direkt auf Orthografietrainer.de erledigen lassen. Außerdem gibt’s eine Menge interessante links rund um das Thema Rechtschreibung.
(via Philipp Bobrowski)